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Neue pilzwiderstandsfähige Rebsorten, Piwi
Pure Bio oder Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten
Während unserer Auseinandersetzung mit biologisch produzierten Weinen konnten wir feststellen, dass es im Bioweinbau eine Vielzahl von unterschiedlich strengen Einschränkungen gibt. So sind der Einsatz von Kunstdüngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich untersagt. Die im Keller zulässigen Hilfsmittel und Methoden sind reglementiert und schliessen einige Massnahmen des konventionellen Anbaus aus. Als leider falsch hat sich aber unsere Annahme erwiesen, mit Biowein ein ausschliesslich ungespritztes Produkt zu konsumieren. Bei den bekannten und etablierten Traubensorten wie beispielsweise Chardonnay und Pinot Noir kann in unseren Breitengraden wegen der Gefahr eines Totalverlustes durch Pilzkrankkeiten nicht vollständig auf den Einsatz von Pflanzenschutzmassnahmen verzichtet werden. Kupfer schützt auch im Bioweinbau vor Pilzkrankheiten, obwohl die dazu erlaubten Mengen limitiert sind. Das Ausbringen zusätzlicher biologischer Pflanzenschutz-Massnahmen wiederum verdichtet die Böden.
wir sind trotzdem überzeugt, mit dem Handel mit Wein aus biologisch produzierten Trauben einen Schritt in die richtige Richtung getan zu haben.
Je länger je mehr sind wir aber auch überzeugt, dass Bioweinbau nur konsequent umgesetzt werden kann, wenn biologisch-dynamische Bewirtschaftung und/oder der Anbau von pilzwiderstandsfähigen Neuzüchtungen gewählt wird.
Weine aus obigen pilzwiderstandsfähigen Rebsorten sind den Konsumenten aber noch weitgehend unbekannt. Zum einen, weil die produzierte Menge klein und entsprechend wenig zu kaufen sind, zum anderen, weil sich die Gewohnheiten der Weingeniesser nur schwer ändern lassen und Qualität, diesich mit den etablierten Weinsorten vergleichen lässt, bis vor kurzem noch nicht selbstverständlich war.
Weine aus pilzresistenten Rebsorten haben ihren eigenen, uns noch ungewohnten Geschmack und es fehlen deshalb Vergleichsmöglichkeiten, obschon einige durchaus Ähnlichkeiten mit uns bekannten Sorten aufweisen (Cabernet Carbon und Caberent Jura mit Cabernet Sauvignon, Helios mit Chasselas, Johanniter mit Riesling).
Wir möchten unseren Kunden ein Sortiment mit Weinen aus pilzwiderstandsfähigen Trauben anbieten, von denen wir finden, dass sie eine sehr gute Alternative zu den Weinen aus unserem "konventionell-biologischen" Sortiment darstellen.
Die pilzwiderstandsfähigen, auch robust genannten Rebsorten sind aus Kreuzungen zwischen Europäerreben und amerikanischen oder asiatischen Arten hervorgegangen. Die Geschichte der pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, die sich vor allem in Frankreich abspielte, ist eigentlich eine Folge des Auftretens eines Schädlings, der Reblaus und zweier Pilzkrankheiten, dem echten (Oidium) und dem falschen Mehltau (Peranospora resp. Plasmopara viticola). Während die Reblaus im Boden die Wurzelanlagen der europäischen Reben zerstört, befallen die Pilzkrankheiten Blattwerk und Trauben und vernichten diese.
Mit den ersten Reben, die aus Amerika nach Europa eingeführt wurden, gelangte auch der echte Mehltau zuerst nach England und dann nach Frankreich. Sehr bald merkte an, dass die amerikanischen reben dem Mehltau widerstanden. Wegen ihrem ungewohnten Weingeschmack blieb aber die flächenmässige Ausdehnung vorerst aus.
Mit der Rebeneinfuhr aus Amerika drang aber auch die Reblaus in den französichen Weinbau ein und ruinierte verschiedene Weinbauregionen. In der Folge wurden einerseits vermehrt traditionelle Rebsorten auf reblausresistente amerikanische Wurzelunterlagen veredelt, andererseits hoffte man, auf dem Weg der Kreuzungszüchtung Rebsorten zu schaffen, die sowohl gegen die Mehltaukrankheit als auch gegen die Reblaus resistent sein würden. Als dann auch noch der falsche Mehltau auftrat, wurde der Anbau von resistenten Neuzüchtungen forciert.
Die darauf folgende Überproduktion mässiger Weine und die darauf folgende zunehmende Regulierung noch erlaubter Sorten durch den Staat läutete vorerst das Ende der zukunftsträchtigen Entwickung ein. Auch heute noch sind Neuzüchtungen als Versuchsanpflanzungen bewilligungspflichtig und Weine aus noch nicht klassierten Sorten können nur als Landwein mit der entsprechenden Deklaration verkauft werden.
Wenn man aber traditionelle Rebsorten mit robusten Neuzüchtungen vergleicht, so ist ein deutlicher rückgang der notwendigen Pilzbehandlungen eindeutig feststellbar. Dies schont die Umwelt, den Boden, ist wirschaftlicher und für den Konsumenten erst noch unbedenklicher.
Während der Pinot Noir beispielsweise im Raum Zürich 6-9 Pilzbehandlungen benötigt, reichen bei der Neuzüchtung Cabernet Carbon noch deren 3. (Quelle: "andrere Rebsorten, Pierre Basler, Wädenswil).
Als erste uns bekannte Weinhandlung sind wir nun in der Lage, unseren Kunden ein Extra-Sortiment mit Weinen aus dem beschriebenen neuzüchtungen anbieten zu können.
Sie finden die unten augelisteten Weine bei den angegebenen Produzenten.
Deutschland
Weingut Wick, Zellertal
Weingut Feuerstein, Baden
- Johanniter (Johanniter)
- Helios trocken (Helios)
- Cabernet Carbon trocken, Barrique (Cabernet Carbon)
Weingut Andreas Dilger
- Regent (Regent)
- Cabernet Cortis (Cabernet Cortis)
- Monarch (Monarch)
Weingut Ruesch
- Johanniter Qualitätswein (Johanniter)
- Solaris Spätlese trocken (Solaris)
Weingut Bernhard Janson
- Incarnatum (Pinotin und Cabertin)
Schweiz
Weingut Lindenhof
- Fuente (Helios, Johanniter, Bronner)
- Maréchal Foch (Maréchal Foch)
Weingut Azienda vitivinocola Terra d'Anna, Sessa
- Merum Robur (Chambourcin)
Weingut FiBl, Frick
- Cuveé Blanche (Johanniter, Bronner, Seyval Blanche und Solaris)
Weingut Buser, Liesberg
- Cuveé de St.Martin (Cabernet Jura und andere)
Österreich
Weingut Paradeiser, Fels am Wagram
- Paradiso (Regent, diverse PiWi)
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