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Muss es denn immer Korken sein?
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Da in letzter Zeit zunehmend über die Frage nachgedacht wird, ob es denn immer Korken sein muss, möchten wir Ihnen hier die verschiedenen Möglichkeiten eine Weinflasche zu verschliessen, vorstellen. Wir sind der Meinung, dass es durchaus an der Zeit ist, sich für ebenbürtige Alternativen umzusehen. Dies auch wenn es dazu kontroverse Meinungen gibt.
Aber warum denn überhaupt den seit langem und erfolgreich eingestzten Korken ersetzen? Einerseits kennt wohl jeder der Weine trinkt die Tatsache, dass einige Flaschen sehr unangenehm nach Kork riechen und ungeniessbar sind. Je nach Quellenangabe, haben 0,75 bis 25% der Weinflaschen einen Korkgeschmack. Andererseits ist der Kork ein Naturprodukt, welches nicht in uneingeschränkter Menge in guter Qualität zur Verfügung steht. Extensive Bewirtschaftung der in Monokultur gehaltenen Korkwälder widerspricht dem Biogedanken. Und schlussendlich ist es auch eine Preisfrage, denn die Preise qualitativ hochstehender Korken - und nur die kommen in Frage - sind nicht zu vernachlässigen und werden weiter steigen.
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Zum Einsetzen bereite Weinzapfen.
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Naturkork
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Korkeiche im Botanischen Garten in Basel
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Kork wird von der Rinde der Korkeiche (Quercus suber), welche grösstenteils aus Portugal, Spanien, Sardinien und neuerdings wegen der steigenden Nachfrage auch aus Nordafrika stammen, gewonnen. Kork ist bei hoher Qualität und sachgerechter Verarbeitung wasser- und gasdicht (andere Quellen geben an, er sei luftdurchlässig), elastisch und haltbar. Die Eiche kann nach ungefähr 20 Jahren erstmals geschält werden. Die Rinde wird anschliessend getrocknet um danach die Zapfen auszustechen. Nach 5-10 Jahren hat der Baum wieder neue Rinde gebildet und kann wieder abgeerntet werden. Für die Undurchlässigkeit des Korkens ist der Stoff Suberin im Kork zuständig. Dieser hat auch eine bakterienabweisende Wirkung. Der Stamm bezieht duch im Kork vorhandene Poren Sauerstoff. Da bei der Verarbeitung die Weinkorken aber senkrecht zu diesen ausgestanzt werden, ist der Weinkorken danach nicht mehr "porös".
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| In Verbindung mit Schimmelpilzen, den Phenolen des Weins und Chlor (welches aus Schläuchen, Filtern, Pumpen, chlorhaltigen Reinigungsmitteln etc stammt) kann sich der Stoff Trichloranisol (TCA) bilden. Dieser ist für den typischen nach altem Keller riechenden Korkgeschmack verantwortlich. Von Natur aus ist Kork geschmacksneutral. |
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| Rinde der Korkeiche. |
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Presskork/ Agglomeratkork
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| Presskork. |
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Presskork oder Agglomeratkork wird aus zerschnipselten Abfällen der Korkproduktion hergestellt. Um eine gute Festigkeit zu erreichen, muss Leim oder Kunststoff beigefügt werden. Diese Stoffe können in den Wein übertreten und dort zu einer Verunreinigung und Veränderung des Weines führen. Als mögliche Lösung wird am Ende des Zapfens, wo er mit dem Wein in Kontakt kommt, ein kurzes Stück Naturkorken angefügt. (Siehe Bild links: Zapfen in der Mitte). |
Glaszapfen
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Die Glaszapfen sind eigentlich keine neue Idee. Mit ihnen wurden die alten Apothekerflaschen verschlossen und bei den Weinkaraffen finden wir noch heute das gleiche Prinzip. Um eine gute Abdichtung zu erreichen (die alten Flaschen wurden im Bereich des Stöpsels gefettet), wird heute zusätzlich ein Plastikring um den Glaszapfen gelegt. Damit kann eine absolute Abdichtung erreicht werden. Auch sollen die Flaschen leicht zu öffnen und wiederverschliessbar sein. Preislich liegen sie im Bereich der Naturkorken. Das Problem liegt auch hier bei den Lösungsmitteln im Plastik. Was bewirkt ein Übertritt der Mittel in den Wein?
Bereits mindestens eine grosse Weinhandlung in der Schweiz hat diese Art von Verschlüssen in das Sortiment aufgenommen und einige Weinbetriebe wollen darauf umstellen.
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Schraub/Drehverschluss
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| Drehverschluss |
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Diese Art von Verschlüssen wird aus rostfreiem Stahl oder Aluminium hergestellt. Beides sind recyklierbare Rohstoffe. Korkfehler können ausgeschlossen werden, es sei denn sie seien bereits bei der Produktion duch kontaminierters Material in den Wein gelangt. In Österreich hat sich der Drehverschluss bereits sehr gut durchgesetzt. Anfänglich erst bei den weissen Weinen, nun immer mehr auch bei den Rotweinen. Da die Reifung des Weines zum allergrössten Teil ein anaerober Prozess ist, und in der Flasche genügend Sauerstoff ist, ist das Argument der ungenügenden Weinreifung nicht haltbar. Als weiteres Problem kann der Verlust des Erlebnisses beim Entkorken der Flasche angefügt werden. Dafür steht man dann sicher nicht mit einem vom Korken fehlerhaften Wein da. |
Kunststoffkorken
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1.Generation: Optisch sind diese Korken dem ursprünglichen Naturkorken am ähnlichsten. Gefertigt sind sie wie der Name es sagt aus Kunststoffen. Diese wiederum beinhalten Lösungsmittel und Weichmacher (Phtalate), welche in dauerndem Kontakt mit dem Wein sind.Ein Übertritt findet statt, die Folgen davon sind noch unklar. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass Weine welche mit Kunststoffkorken verschlossen sind, rascher altern. Von den Phtalaten soll gar eine kanzerogene Wirkung ausgehen. Diese Verschlussart eignet sich also nicht für Lagerweine und wird auch hauptsächlich für Massenweine gebraucht. Unserer Ansicht nach ist ein Kunststoffkorken mit dem Biogedanken und dem Streben nach hoher Qualität nicht vereinbar.
2.Generation: War die Energiebilanz bisher leicht auf der Seite der Kunststoffkorken, so waren für uns die Weichmacher der Kunststoffkorken nicht akzeptabel. Nun gibt es aber eine neue Generation, welche ohne die Weichmacher auskommen. Es handelt sich um einen geschäumte Elastomer (nicht Polyäthylen) Korken mit sehr guten Eigenschaften: gute Dichtigkeit, reduzierte Verluste an Schwefeldioxiden (somit muss dem Wein weniger zugefügt werden), Oxidationsschutz, gleichmässiges Reifen aller "Weinflaschen". Für uns stellen diese Korken eine gute Alternative zum Naturkorken dar.
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Kronkorken
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| Kronkorken |
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Diese "Korken" werden aus rostfreiem Stahl gefertigt. Sie bieten einen festen und luftdichten Abschluss der Flasche. Ist diese jedoch einmal geöffnet,ist ein Wiederverschliessen nicht mehr möglich. Wird höchsten für ganz einfache Weine oder dann für Traubensaft und Bier verwendet. |
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